Lügenvögel von Karla Schmidt

LuegenvoegelDiese Novelle liest sich wie ein Fiebertraum. Immer wieder erlangt die Geschichte eine greifbare Realität, dann hebt sie wieder ab in Welten, in denen Traumvögel nahen, der Sturm durch die Hecke rollt wie ein Bösewicht, Raupen Eier unter die Haut legen. Die Erzählerin hat einen Tumor im Gehirn, der so auf ihre Schläfenlappen drückt, dass sie unter einer zwanghaften Schreibkrankheit leidet. Hypergrafie nennt man das. Der Vater starb, nachdem er mit Radioaktivität verseucht aus Tschernobyl zurückkam. Hier erzählt also eine Überlebende von der Postapokalypse nach einer atomaren Katastrophe, die auch vor einem Hippiedorf in den Schweizer Alpen nicht haltmacht. Die Autorin Karla Schmidt, die 2009 den Deutschen Science-Fiction-Preis für die beste Kurzgeschichte erhielt, erweist sich als Chronistin der 1980er ebenso wie als Futuristin der 2050er.

Karla Schmidt: lügenvögel. Verlag das Beben, Mai 2014, 3,49 Euro.

Zuerst erschienen im Missy Magazine, Mai 2014.

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