Hannes Bajohr über Judith N. Shklar

006264.bigIn Deutschland ist sie noch eine Unbekannte, im englischsprachigen Raum gilt sie als Klassikerin der politischen Theorie. Judith N. Shklar, als Judita Nisse in eine deutschsprachige jüdische Familie in Riga geboren, war die erste Frau mit einer Festanstellung in der Fakultät für Politikwissenschaften in Harvard und eine Vermittlerin von europäischem Denken in den USA. Als Tochter eines erfolgreichen Unternehmers und einer Mutter, die kostenlose Kliniken betrieb, bekam sie noch in Lettland die beste bürgerliche Erziehung und wurde 1939 mit 13 Jahren zu einem Flüchtling. Hannes Bajohrs Einführung in das Leben und Werk dieser beeindruckenden Frau geht chronologisch vor und zeichnet sowohl ihre Denkfiguren wie auch ihren Alltag als Frau nach – etwa den Kampf um eine Teilzeitprofessur als Mutter. Shklar sah sich zeitlebens als Außenseiterin – daher auch ihr Glaube daran, dass „gesellschaftliche Vielfalt die vorherrschende Bedingung moderner Nationalstaaten ist und dass man sie unterstützen soll“.

Hannes Bajohr: Judith N. Shklar. MseB bei Matthes & Seitz Berlin. 1,99 Euro.

Zuerst erschienen im Missy Magazine, November 2014.

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