Mein erstes Mal als Ebookverlegerin

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Ich habe neue Schuhe. Verlegerschuhe, nenne ich sie. Sie sind aus braunem Leder, flach, englisches Lochmuster, hoffentlich bequem. Verleger müssen doch seriös aussehen, dachte ich mir, aber auch nicht allzu modisch. Sie sind nicht für das Äußerliche zuständig, sondern für das Innerliche. Sie müssen ihr Innerstes nach außen kehren, ihren Geschmack auf den Markt werfen, und gut, der muss dann auch ansprechend aussehen, er wird zu einem gestalteten Produkt, der sich durch die Zeiten erhalten soll. Eher klassisch. Aber ich schweife ab. Die beiden letzten Tage trage ich diese Schuhe ständig, sie müssen eingelaufen werden. Sie müssen sich an die neue Situation gewöhnen, genauso wie ich. Bisher machen sie ihre Sache ganz gut.

Denn diese Messe ist meine erste Buchmesse als Verlegerin eines Ebookverlags für kurze digitale Texte. Das ist neu. Ich habe keinen Stand, ich habe keine Druckwaren. Ich habe keine Vorschau, die ich verteilen kann. Aber: Ich habe Dateien und eine URL. Und verschiedene Lesegeräte. Mit ihnen werde ich in den Gängen der Messehallen auf- und ablaufen (in meinen bequemen Schuhen ist das ja kein Problem) und werde für alle, die es interessiert, die Ebooks meines Verlags mikrotext aufrufen. Ich werde sozusagen ein wandelndes Ebook sein. Nein, zwei.

cover-02-saeed-692x1039-fertigDie schwierigste Frage, die sich mir stellte, war jedoch: Wie präsentiere ich ein Ebook in einer Veranstaltung? Sandra Hetzl, die Übersetzerin des Ebooks „Der klügste Mensch im Facebook“, das wir am Freitag, 15. März um 13 Uhr in Halle 3.0 im Forum Hörbuch+Literatur vorstellen, war genau meiner Meinung: einfach vom Smartphone ablesen, aufs Display starren, autistisch (versunken). Es ist, was es ist, sagt das Ebook. Für alle Freunde von Druckwaren habe ich noch zwei Überraschungen dabei: Ich habe die Buchcover und laminiert und werde sie mit Tesafilm an den Bühnenrand pappen. Außerdem verteile ich Postkarten mit einer mikro-Leseprobe. Und über neue, noch innovativere Ideen für die materielle Messenvermarktung von immateriellen Epubs, freue ich mich sehr.

Zuerst erschienen auf dem Messe-Blog der Lettrétage, dem Lettrétagebuch.

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