Atlas Projectos: Verlagsinterview auf Bpigs

Faksimile der ersten Seite der nur englischsprachigen Wiederauflage mit dem Titel „English as she is spoke“ von 1883.

Der englischsprachige Berlin Independents‘ Guide Bpigs hat heute mit einer Serie von Interviews angefangen, den „Book Hook Spotlights“, die verschiedene Kunstverlagsprojekte der Stadt vorstellen. Super Idee! Redakteurin und Künstlerin Rachel Simkover sprach mit Atlas Projectos, einem Projekt von drei portugiesischen Designern und Künstlenr: André Romão, Gonçalo Sena und Nuno da Luz. Ihr erfolgreichstes (ausverkauftes) Buch, so erzählen sie im Interview, war die Wiederauflage eines Textes aus dem Jahre 1853, den sie auf dem Plattencover einer New Yorker-Band entdeckt hatten und den sie dann im Netz als PDF über Google Books, eingestellt von verschiedenen US-amerikanischen und britischen Bibliotheken wiederfanden. Das Buch war sehr verbreitet mit dem Titel „English as She is Spoke, or: A Jest in Sober Ernest“ (neu herausgegeben 1883, u.a. mit einer Einführung von Mark Twain), aber nicht als zweisprachige Ausgabe. Sie veröffentlichten das unfreiwillig witzige Buch, das als Sprachführer gedacht war, aber voller Übersetzungsfehler steckt, wieder auf Englisch und Portugiesisch, unter dem originären Titel „The New Guide of the Conversation on Portuguese and English“ (2010). Toll, dass es broken English auch schon im 19. Jahrhundert gab, oder?

Die Lissabonner erweisen sich im Gespräch als dialogische Verleger, wenn ich sie denn mal so nennen darf. Auf die Frage, warum das Verlegen heutzutage noch wichtig ist, sagen sie:

It is about circulation. Even if we’re talking about a very small audience, it’s mostly engendering a process of exchange and feedback.

Jeder Schritt beim Buchmachen hat mit anderen Menschen und Berufen zu tun, mit Autoren, Künstlern, Übersetzern, Designern, Typographen, Herstellern, Buchbindern, Druckern, Epub-Programmierern, Buchhändlern, Facebook-Freunden, Lesungsortbesitzern, Verkäufern, Lesern etc. So verbreitet sich schon im unfertigen Stadium das Buch als eine Idee, die kollektiv entwickelt und beendet wird.

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